Und was machsch du denn so? (Teil 3)

Und was machsch du denn so de ganze Tag? (Teil 3)

Der Wecker klingelt gegen 7 Uhr. Luca und ich bereiten den Frühstück vor. Bei uns gibt es öfters Porridge; das muss gekocht werden :o). Das Brot ist nicht gut in NZ, deswegen essen wir auch viel weniger davon. Am Wochenende backe ich meistens mit den Kids frisches Brot. Es ist dann immer ein Fest. Frische Früchte stehen auf dem Frühstückstisch, sowie hausgemachtes Joghurt und hausgemachtes Granola-Müesli.

Ja, ich habe bemerkt, dass ich nicht arbeiten kann, aber ganz gut beim Haushaltsbudget betragen kann. Ich kaufe bei einer Food-Community ein. Da muss ich helfen beim Putzen, manchmal. Die Lebensmittel sind dafür aus der Region, biologisch und sehr viel günstiger als im Laden. Dahin fahre ich meistens mit dem Fahrrad; es ist ein schönes Moment, nur für mich. Dort kaufe ich auch die Milch ein, so wie früher, in Glasflaschen. Damit mache ich das Joghurt.

Ja, das ist auch was Neues. Ein spannendes Projekt. Ich versuche mich im Less-Waste (weniger Abfall). Joghurt und Müesli und Brot und Müesliriegel und Abwaschmittel und Seife sind gut bei den Familienmitgliedern angekommen, meine hausgemachte Zahnpasta teilen sie aber nicht mit mir :O))).

Am Morgen wird auch das Lunchbox vorbereitet. Die Kids essen das Mittagessen in der Schule. Manchmal koche ich was warmes, dass sie dann warm aus dem Thermosbox essen können (Lieblingsessen ist Milchreis oder Apfelkompott :O) oder ganz einfaches Couscous oder die leckeren Pita-Brötchen von Luca.

Die Kids gehen um 8.30 Uhr aus dem Haus. Aufräumen, abwaschen, Haushalt, halt. Manchmal arbeite ich im Garten oder kümmere mich um das Bürokram. Rechnungen und Versicherungen und Buchhaltung müssen wir auch in NZ erledigen. Lieber schreibe ich aber in unserem Reise–Tagebuch. Manchmal darf ich Texte, die Luca geschrieben hat, durchlesen und evtl. korrigieren. Und ab und zu schreibe ich für unsere Friguli-Page oder treffe mich mit einer Freundin zum Spazieren am Strand. Oder zum OP-Shoppen.

Um 15 Uhr ist Schulschluss. Um 15.30 Uhr ist wieder viel los zuhause. Die Kinder haben auch hier Aemtli. Wir üben Math, Schreiben Tagebuch, üben Sax, kochen gemeinsam… Oder wir gehen zur Bibliothek. Wir essen hier früh Abendessen, dafür haben wir noch Zeit danach, um etwas zu Spielen (Brandydog ist immer sehr beliebt). Die Kinder haben hier das Zeichnen entdeckt und wir zeichnen auch viel zusammen oder hören Märli (Doppelhaas wird Haas, Linard Bardill, SOOO LUSTIG).

Ah, noch was:

Am Montag gehe ich zur Schule weil ich für die Infotafel zuständig bin. Die wird wochentlich geschrieben. Im Moment ist am Montagabend ein Elternkurs bei der Schule und ich bin neu für die Vorbereitung des Saals zuständig.

Am Mittwoch gehe ich zur dollmaking-Group. Da nähen wir Puppen und Spielsachen, die wir dann für die Schule verkaufen. Da wird viel Tee getrunken und gebastelt wie Wahnsinn. Da lerne ich viel; Englisch und handwork.

Am Donnerstag gehe ich manchmal in die Schule und helfe einer anderen Freiwilligen beim Kochunterricht. Sooo viel Spass… und Englischvokabeln.

Am Freitag ist Yoga bei uns zuhause. Eine Mutter aus der Schule gibt Stunden und die finden in unserer Stube statt. Am Freitag ist bereits um 13.00 Uhr Schulschluss. Enea radelt dann zur Highschool und spielt Sax in der Senior Band. Danach gehen wir meistens die Woche feiern (nur wenn die Aemtli-Liste abgearbeitet wurde :O) und geniessen ein Real-Fruit-Ice Cream oder eine Waffel. Es ist ein wunderschöner Moment. Da wird viel erzählt und gelacht.

Nächster Dienstag gehe ich mit der Klasse von Matilde zum Meditation Center, wo wir mit den Mönchen Sand-Mandala machen können. Luca begleitet heute Eneas Klasse zu einem Rennen.

Die Schule organisiert viele Ausflüge und Eltern sind immer gefragt; als Begleitung oder Fahrer. Ich durfte schon beim „Rubbish-Collecting“ (Abfall-Sammeln am Meer), beim Camp, beim Vorbereiten der Land Celebration, … mitmachen.

Wir sind hier Teil einer Community. Alles was entsteht, entsteht weil die Community mithilft. Wir putzen, backen, organisieren Feste. Wir stellen Puppen her. Wir planen eine neue Schule. Und zwar alle zusammen, Erwachsene und Kinder.

Dabei entstehen ganz wunderbare Dinge. Ohne Geld aber sehr wertvolle. Und mir ist es nie langweilig.

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1 Comment

  1. Juliette Herzig

    Heute ist Dienstag und Informatikstunde mit der Klasse von Enea. Das letzte Thema war Fake News und nun untersuchen wir die Mitteilungsformen auf social Media. Die Kinder werden magnetisch angezogen vom Thema. Heute lesen wir euren Blog und die Kinder sollen Enea einen Beitrag schicken, der nicht ein saloppes Whats app ist, sondern nach eurem wunderschönen Vorbild, eine spannende Erzählung. Ihr schreibt ja alle wie richtige Reporterinnen! Ich würde gerne mit allen meinen BF-Schülern (und natürlich meiner Familie)das HErbstquartal bei euch verbringen. Eure Comunity entspricht ganz meinen Vorstellungen von Schule. Wir können soviel voneinander lernen. Und du Marzia machst sehr viel für die Community!

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